Paradoxa

Paradoxa

Mögen Sie Paradoxien? Wie: "Wer gibt hat immer mehr zum Geben." oder "Verzicht ist Gewinn". Eine solche Logik widerspricht für gewöhnlich dem materiellen Denken. Sie widerspricht unserer Alltagslogik, unserer Erwartung aufgrund von Erfahrung. Doch manchmal ist genau das wahr, was zunächst paradox erscheint. "Wer gibt hat immer mehr zum Geben" ist z. B. wahr bei der Liebe und beim Frieden, die von Gott geschenkt und weitergegeben werden und "Verzicht ist Gewinn", kann wahr sein beim Fasten:

Wer die göttlichen Geschenke Liebe oder Frieden erhalten hat, kann sie unbegrenzt weitergeben. Geteilte Liebe und geteilter Frieden brauchen sich nicht auf wie gespeicherte Kalorien in unserem Körper oder Geld auf unserem Konto oder eine Akkuladung.
Wer bewusst auf Dinge verzichtet, entdeckt eine neue Freiheit, wenn er seine Abhängigkeit überwunden hat. Fssten hilft Körper und Geist zu heilen. Natürlich nur dann, wenn das Fasten nach gewissen Regeln und in vernünftigem Masse geschieht. Aber dann bewahrheitet sich, dass der Verzicht uns bereichert.

Paradoxie ist das, was gegen die "Doxa", die 'Lehre' oder 'Meinung' geht. Die richtige Lehre wird heute von der Wissenschaft diktiert: Wissenschaftlich wahr ist, was unter gleichen Bedingungen wiederholbar ist.

Wenn das stimmt, ist dann z. B. Ihre letzte Einsicht keine wissenschaftliche Tatsache? Um wissenschaftlich zu sein, müsste dieselbe Einsicht unter denselben Bedingungen wiederholbar sein. Doch geht das?
Sogar, wenn es hypothetisch gelingen sollte, Ihr Gehirn und die Umgebung so zu verändern, dass dieselben Bedingungen gegeben wären, ist es nicht gesagt, dass sich dieselbe Einicht wieder einstellen möchte.
Auch die Zeit, der Zeitpunkt in der Geschichte, wäre nicht mehr derselbe. Die Erde und alle Himmelskörper mit ihr würden nicht am gleichen Ort im Universum sein, wie damals. Etwas ist unwiderbringlich vorbei, nämlich der Zeitpunkt Ihrer Einsicht. Daher ist und bleibt das Ereignis "Einsicht" einmalig, unwiederholbar. Genau wie ihre Geburt und vieles mehr.
Ist es daher unwissenschaftlich oder gar unwahr? Nein, solange das Ergebnis messbar ist, ist es wahr, real. Ihre Einsicht ist also doch real, Ihre Geburt ebenfalls.

Wie sieht es aus bei Dingen, die wir (noch) nicht mit Geräten messen können, sondern nur mit unserem wunderbaren Körper wahrnehmen?

Wunder gelten ebenfalls als unwissenschaftlich, da sie sich selten exakt wiederholen lassen. Dann nennet man sie nicht mehr Wunder.

Auch das Ergebnis eines Wunders kann unter Umständen gemessen werden. Zum Beispiel eine Spontanheilung im tödlichen Stadium einer Krankheit. Oder das Leben nach dem medizinisch festgestellten Tod. Oder eine sinnvolle Synchronizität.
Doch das "Wie" lässt sich bei Wunder selten und das "Warum" nicht wissenschaftlich erklären. Das "Wie" mag an fehlenden Diagnosemöglichkeiten liegen, also eine Frage der Technik und des Fortschrittes sein. Aber die Fragen nach dem "Warum" verweist uns weg von der Naturwissenschaft und ihren verwandten Disziplinen. Theologie oder Philosophie mögen bei Sinnfragen weiterhelfen, der eigene religiöse oder areligiöse Glaube ebenfalls.

Die Wissenschaft sieht deshalb Wunder als unverfügbare (und unerklärliche) Geschenke (noch) unbekannter Quelle; oder sie stellt Wunder in Abrede, verdrängt sie oder nimmt sie nicht ernst, indem sie zu Halluzinationen degratiert werden: Zu Wirklichkeiten, die nur im Kopf eines Menschen real sind. Wunder sind für solche Wissenschaftler ein Produkt von Wunschdenken, Fantasie und unbewussten Projektionen.

Warum lassen wir uns eigentlich von der Wissenschaft vorschreiben, was real ist und was nicht? Warum anerkennen wir nicht das Offensichtliche, das täglich durch unseren Körper und Geist Erlebbare?
Warum blenden wir aus, dass nicht alles, was existiert, durch die Wissenschaft erklärt, geschweige denn reproduzierbar ist? Natürlich brauchen wir den Verstand und die Vernunft, aber stellen wir diese beiden nicht manchmal höher, als es ihnen zugesteht? Wo bleibt die Wertschätzung für das Einmalige jedes Augenblickes unserers Lebens?

Kommen wir zurück zu den Paradoxien, die real sind: Wer Gottes Liebe mit anderen Menschen teilt, ist verbunden mit der ewigen Quelle der Liebe, Gott. Das gilt auch für den Frieden. Auch wenn das für wissenschaftliche Ohren paradox klingt, so kann der Mensch Liebe und Freiden verschenken, so viel er will und er wird nie weniger davon haben, eher sogar mehr.

Und so steht es auch mit dem Fasten. Zuerst wirkt der Verzicht auf gewisse Nahrung oder Tätigkeiten wie ein Verlust. Dann aber wird der Gewinn erlebbar und spürbar. Die Gesundheit, die Kraft,die Erweiterung des Geistes, die neue Freiheit usw.
Natürlich muss jeder Mensch selber herausfinden, welche Art von Fasten ihm gut tun könnte. Es gibt so viele Arten davon. Und ebenso natürlich ist der Gewinn individuell. Doch Tatsache ist, dass das Fasten einen Menschen beschenkt. Vielleicht anders als erwartet. Von daher gilt es, einen offenen Geist zu behalten für das, was sich verändert.

Wenn Ihnen also Paradoxien im Leben begegnen, dann sehen Sie genauer hin. Sich mit ihnen auseinanderzusetzen und daran zu wachsen lohnt sich in jedem Fall. Ganz besonders dann, wenn Sie dabei die Liebe, den Frieden und die Freiheit im Verzicht erleben dürfen.

Bild: (C) 2019 Tatjana Cárpino Satz. Blog-Post.
Nach oben ↑